© unbekannt
St. Liborius Kirche

Die Kirche St. Liborius

Unsere St. Liborius-Kirche,

wie sie sich heute zeigt, steht  seit 1976 auf dem Grundstück der alten Kirche, die im Jahre 1975 abgerissen wurde, da sie den Ansprüchen einer wachsenden Gemeinde nicht mehr gerecht wurde. Am 10.11.1976 feierten wir die erste Heilige Messe in der neuen St.-Liborius-Kirche.

Kirche, Gemeindesaal, Pfarrhaus und die übrigen Räumlichkeiten des Gemeindezentrums bieten heute den benötigten Platz für ein reges Gemeindeleben und eine zeitgemäße Seelsorge.

Der Pfarrhof, an drei Seiten von Gebäuden umschlossen, ist Treffpunkt nach den Gottesdiensten oder bei anderen Veranstaltungen, z.B. für den Frühschoppen nach der Fronleichnamsprozession. Er eignet sich vorzüglich für Grillabende und andere Begegnungen der verschiedenen Gemeindegruppen.

Im Mittelpunkt unseres Gemeindelebens steht die St.-Liborius-Kirche. Von der Architektur her ist sie eine „Zeltkirche“, dreißig mal dreißig Meter im Quadrat groß, in der 500 Menschen Platz finden. Die Kirchenbänke sind im Halbkreis um den Altar gruppiert, so dass alle Gläubigen den Altar und den Tabernakel im Zentrum der Kirche stets im Blick haben. Die kunstvoll gestalteten Dreiecksfenster verleihen dem Inneren eine lichtdurchflutete Atmosphäre.

Der Heilige Liborius auf seinem Sterbelager

Der Patron unserer Gemeinde, der zugleich der Patron unseres Erzbistums ist, war im 4. Jahrhundert Bischof von Le Mans. Der Heilige Martin von Tours war sein Freund, der ihn nach seinem Tod im Jahr 397 bestattete, nachdem er ihn noch am Sterbebett besucht hatte. Dieses Ereignis ist auf dem ehemali­gen Altarbild, das am Südausgang der Kir­che hängt, dargestellt. Um eine „ewige Bru­derschaft“ mit dem Bistum von Le Mans zu verbinden, ließ Bischof Badurad von Pader­born die Reliquien des Heiligen nach Pa­derborn holen.

Der Pfau

Der Legende nach soll ein Pfau diesem Zug vorausgeflogen sein,

so dass der hl. Liborius diesen als Attribut zu­gesellt bekam.

 

Der „tolle Christian“ von Braunschweig raubte 1622 die Reliquien, die fünf Jahre später nach Paderborn zu­rückkamen und in einem neuen Schrein feierlich beigesetzt wurden. Die „ewige Bruderschaft“, wie sie Bischof Badurad ge­wollt hat, besteht noch heute zwischen den beiden Bistümern; die Mitglieder der Libori­bruderschaft sind es, die am Fest des Heili­gen (23. Juli) den Liborischrein in einer fest­lichen Prozession aus der Krypta zum Hoch­altar des Domes tragen, nach dem Eröffnungsgottesdienst der Liboriwoche durch die Stadt geleiten und am Dienstag darauf wieder in die Krypta zurückführen.

Auch der 25. Oktober, der Tag der Reli­quien-Rückführung, ist ein eigener Festtag im Erzbistum, „Klein-Libori“ genannt. Liborius wird oft mit einem Buch mit drei Steinen darauf dargestellt und als Fürbitter bei Steinkrankheiten angerufen. Was lag näher, als diesen Heiligen in einer Stadt, die durch ihre Quellen, deren Wasser bei Nieren und Blasen­krankheiten heilbringend wirkt, in besonderer Weise zu verehren.

Der Tabernakel

aus Bronze beherrscht den gesamten Innenraum.

Nach den Worten Jesu

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ (Joh 15, 1-4)

wurde er von Josef Rikus aus Paderborn gestaltet, so auch die beiden bronzenen Kerzenständer links und rechts.

Im Mittelpunkt des Tabernakels sehen wir ein Bild der Sonne, umgeben von Personen, die das Gottesvolk darstellen sowie die vier großen Heiligen, die in einer besonderen Beziehung zu unserer Pfarrei stehen:

St. Liborius, unser Pfarrpatron, Bonifatius, Apostel der Deutschen, der in unserer Gegend missionierte, seine Schüler St. Sturmius, 1. Abt des Klosters Fulda und St. Wigbert, 1. Abt des Klosters Fritzlar.

Der mächtige Altarblock, der Ambo und der Boden des Altarraumes sind aus Lava-Basalt gefertigt.

So wurde St. Liborius Patron

der ersten nach der Reformation neu errichteten katholi­schen Pfarrei Bad Wildungen.

Ein Reliquiar mit einer Reliquie des Heiligen ist in der Stirnseite des Altars hinter dem Bronzekreuz sichtbar eingelassen.

Eine Darstellung des hl. Liborius findet sich auch in der bronzenen Taberna­keldarstellung links unten, dort ist er mit dem Pfau, auch ein Zeichen für ade­lige Herkunft, abgebildet.

 

 

 

 

 

 

 

Ein großes Ölbild des italienischen Künstlers Francesco de Mura (1696 – 1782)

aus Neapel, ein Geschenk des verstorbenen Erzbischofs, Kardinal Degenhardt, zur Einweihung der neuen Kirche, fand seinen Platz an der Wand rechts vom Haupteingang der Kirche. Es zeigt den heiligen Liborius, dahinter den heiligen Blasius, die zur Muttergottes aufblicken.

 

Die 14 Kreuzwegstationen

laden zum Gebet oder zur Meditation  ein.

Jesus am Kreuz

Das Holzkreuz links vom Altar stammt von Bildhauer Ludwig Bäumer, dem Älteren,

der es im Alter von über 80 Jahren geschnitzt und der Gemeinde überlassen hat.

Die Pieta

Rechts vom Eingang der Kirche sehen wir eine Pieta des Warburger Bildhauers Heise aus dem Jahre 1902.

Die Pieta, ein Ort des Gebetes, an dem viele Menschen ihre Anliegen zur Gottesmutter bringen und sie um Fürsprache bei Gott bitten.

Maria, die Mutter Jesu, die ihren toten Sohn auf dem Schoß trägt, weiß und das tiefe Leid eines Menschen.

 

Eine Mutter-Anna-Statue

mit der Gottesmutter als Kind dargestellt

in einem gotischen Torbogen aus dem Jahre 1480, aus einem alten Wildunger Bürgerhaus –

ist in ihrer Darstellung ein „Symbol der zum Gebet vereinten Hände“

Sie ist an der Rückseite der eingezogenen Trennwand zur Muttergotteskapelle angebracht.

Der Blindgeborene

Das Relief mit der Darstellung

der Heilung des Blindgeborenen,

wurde aus der alten Kirche übernommen .

Es hängt in der Nähe des Ausganges zum Liborius-Haus.

Die Orgel,

die in den Jahren 1998 bis 2000 auf 21 Register erweitert wurde, befindet sich links vom Haupteingang.

Sie spielt eine bedeutende Rolle im Gottesdienst:

Sie stützt und leitet den Gesang der Gemeinde und unterstreicht mit Tonart und Zeitmaß der Lieder die jeweilige Intention der Liturgie und ist aus unseren Gottesdiensten nicht mehr wegzudenken.

Unsere Glocken

Lassen Sie sich von dem Geläut der drei Glocken:

„Christ König“,

„Mutter Gottes“ und

„St Michael“

im weithin sichtbaren Turm der St. Liborius-Kirche einladen zu einem Gottesdienst.

Sie ist ein würdevoller Ort, Gottes Wort zu hören, ihn zu preisen und anzubeten.

Chronik der St. Liborius-Kirche

23.06.1976
Der Grundstein für die neue Liboriuskirche ist gesetzt.

10.11.1976
Erste hl. Messe in der neuen Liboriuskirche.
Zur Finanzierung des Kirchengebäudes läuft eine Baustein-Aktion: Adventskerzen und Madonnen aus Ton wurden verkauft. Der PGR schickt Rundbriefe an Gemeindemitglieder mit der Bitte um regel­mäßige Spenden für das Gemeindehaus, außerdem wirbt er um Mitglieder für den „Förderkreis für das Gemeindehaus“. Der Basar findet statt auf dem Gelände des heutigen Hauses Talitha (früher: Winfriedhaus). Kaffee und Kuchen lässt man sich im Gymnastiksaal schme­cken, am Abend wird der von Winzern an der Mosel gespendeter Wein (400 Flaschen) verkostet. Jungen und Mädchen des Kinderchores haben Monate zuvor leere Weinfla­schen gesammelt, den Erlös an ein italienisches Kinderheim gespendet, die Winzer spenden im Gegenzug volle Flaschen. Insgesamt wird ein Reinerlös von 9.000,00 DM erzielt.

14./15.05. 1977
Basar für die Inneneinrichtung des Gemeindehauses, um den Ansprüchen zielgerechter Seelsorge gerecht  werden zu können. Die Vorbereitungen für den Basar finden in Privatwohnungen der  Basarhelfer statt; Stoff- und Wollreste werden gesammelt, ebenso gut erhaltene Kinderbücher und Märchenschallplatten, Kuchen werden gebacken. Der Dörnigheimer Musikzug besucht Bad Wildungen. Unter dem Motto „Wir feiern wie in Bayern“ findet in der Festhalle auf dem Schützenplatz ein Früh­schoppen statt. Eine Tombola bringt einen Reinerlös von 3.000,00 DM.

Selbstverständlich hat der Dörnigheimer Musikzug zuvor die hl. Messe musi­kalisch mitgestaltet.

Inzwischen sind im Gemeindehaus die Fenster eingebaut, die Innenarbeiten können ausgeführt werden. Sogar der Kirchturm ist um einige Meter weiter in die Höhe   gewachsen. „Rosen für St. Liborius“ werden verkauft, um weitere finanzielle Mittel für die Inneneinrichtung des Gemeindehauses zusammenzutragen.

Zum ersten Mal nach der langen Bauphase können die Gemeindemitglieder zur Sonntagsmesse durch das Hauptportal der neuen St.-Liborius-Kirche ein­ziehen. Das erste Großreinemachen in der Liboriuskirche findet statt. Zum ersten Mal treffen sich die Jugendlichen in den Räumen des neuen Ge­meindehauses. Während der Bauphase waren sie Gäste in den Räumen der Friedenskirche. Der Kirchenchor hält seine Probe zum ersten Mal in den neuen Räumen. Die erste große Feier findet in den neuen Gemeinderäumen statt: Herr Pfarrer Hinze, unser Kurseelsorger aus Reinhardshausen, feiert seinen 80. Geburtstag. Gerade noch rechtzeitig vor dem Osterfest sind die Handwerker mit dem Einbau des Instrumentes fertiggeworden, so dass am Ostermorgen zum Gloria die Orgel wieder erklingen kann. Am Palmsonntag werden Ostereier verkauft. Der Erlös von 1288,00 DM soll für die Inneneinrichtung der Gemeinderäume verwendet werden.

Die Sakristei ist inzwischen auch  fertig geworden, allein das Innere der Kir­che, die künstlerische Endgestaltung des Altarraumes (Tabernakel und Sedi­lien), die Bestuhlung und die Orgel, müssen noch fertig gestellt werden Nach einer zweieinhalbjährigen Bauzeit sind die St. Liborius-Kirche und das Gemeinde- sowie das Pfarrhaus weitgehend fertig gestellt.

 Am 28.05.1978 weiht Johannes Joachim Degenhardt, Erzbischof von Paderborn, das neue Gotteshaus und konsekriert den Altar.
Im Anschluss an den feierlichen Weihegottesdienst werden auch die Gemeinderäume offiziell ihrer Bestim­mung übergeben:
Der Kirchenvorstand hat zur Weihe eine Reihe von Gästen eingeladen: den Landrat des Landkreises Waldeck-Frankenberg, Herrn Dr. Reccius, den Bür­germeister der Stadt Bad Wildungen, Herrn Dr. Lückhoff, den Bad Wildunger Stadtverordnetenvorsteher, Herrn Dr. Fischer, den Dechanten des Dekanates Waldeck, Herrn Dechant Linke aus Arolsen, aus der benachbarten Domstadt Fritzlar, Herrn Dechant Vogel, Herrn Pfarrer Klöcker, von 1959 bis 1968 Pfarrer in St. Liborius. Entwurf und Ausführung der Bauten lagen in den Händen des Architekten, Herrn Josef Bieling, die künstlerische Gestaltung der Kirchenfenster hatte das Gemeindemitglied Erwin Fischer übernommen, die Gestaltung des Altarraumes sowie des Tabernakels Josef Rikus aus Paderborn.