Aktuell im Pastoralverbund
Innehalten in Zeiten des Coronavirus...

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Besucher unserer Homepage.

 

"Bitte gehen Sie achtsam mit Ansteckungsrisiken um!"
- so lautet die Schrift über dem leeren Weihwasserbecken auf diesem Bild.

 

Quelle: Pfarrbriefservice

 

Ansteckungsrisiken - ein Wort, das aktuell in aller Munde ist. Anstecken mit Viren, Überträger von Viren sein, so dass andere sich anstecken, das möchte wirklich niemand.

Aber angesteckt sein, entzündet sein von etwas Gutem, wirklich ergriffen sein von etwas, vielleicht von dem, was wir Glauben nennen, wünschen wir uns das nicht alle?

In Zeiten, in denen Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen nicht stattfinden dürfen, möchte Gott aber weiterhin Menschen "anstecken" und sie von seiner Liebe begeistern.

Tägliche Impulse zu Gebeten und Schriftstellen der Tagesliturgie mögen dabei helfen.

Sr. Marie-Andra Schulte, Gemeindereferentin


Impulse vom 21.03.2020 - 16.03.2020              weiterlesen
Impulse vom 22.03.2020 - 30.03.2020              weiterlesen


08.04.2020 - Mittwoch der Karwoche – Eröffnungsvers und Tagesgebet

Eröffnungsvers Phil 2, 10.8.11
Vor dem Namen Jesu sollen alle Mächte
im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen;
denn der Herr erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
Deshalb ist Jesus Christus der Herr
in der Herrlichkeit Gottes, des Vaters.

Tagesgebet
Heiliger Gott, du hast deinen Sohn
der Schmach des Kreuzes unterworfen,
um uns der Gewalt des Bösen zu entreißen.
Gib uns die Gnade,
dass auch wir deinem Willen gehorchen
und einst in Herrlichkeit auferstehen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

Wer will schon klein und unscheinbar sein?
Den Gegner in die Knie zwingen, größer sein, besser sein – das ist doch die Devise…

Bei einem nicht - Jesus ist da ganz anders:
„der Herr erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod“

- Jesus nimmt die Gestalt eines Menschen, sogar eines Kindes an
- er lässt sich als Sünder ansehen, so bei der Taufe im Jordan
- in der Heiligen Kommunion macht er sich den Menschen verfügbar
- er lässt alls zu: verraten – verleugnet – verurteilt – misshandelt – gekreuzigt
- bis in den Tod am Kreuz

Und das alles – für Dich, für mich, für uns!

Vor der Größe Gottes, die sich verbirgt in der kleinen Hostie, die Knie beugen – Leib Christi.

„Gib uns die Gnade, dass auch wir Deinem Willen gehorchen!“

Gottes Willen gehorchen…? Gottes Wille ist natürlich immer die praktizierende Nächstenliebe. Wie könnte es auch anders sein.

Aber Nächstenliebe meint aktuell vielleicht, dass wir uns an die Vorsichtsmaßnahmen halten sollen, die uns durch die Corona-Pandemie vorgegeben sind.

Da kann Nächstenliebe, auch wenn das sehr schwer zu vertehen ist, bedeuten:
– Daheimbleiben – Abstandhalten – auf Besuche verzichten – andere ungestört ihren Dienst tun lassen – nur über Telefon, WhatsApp oder E-Mail Kontakte halten – und vor allem:
die Knie zu beugen im Gebet; im Lob Gottes und im Bittgebet füreinander.

Dann werden auch wir einst in der Herrlichkeit Gottes auferstehen – aus der Corona-Pandemie – und einst in der Herrlichkeit des Himmels.

So lasst uns in diesen Tagen ganz bewusst vor dem Namen Jesu, vor der Größe Gottes, die Knie beugen.


07.04.2020 - Dienstag der Karwoche – Evangelium Joh 13, 21-33.36-38

Einer von euch wird mich verraten. -
Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen

Evangelium Joh 13, 21-33.36-38
In jener Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern bei Tisch war, wurde er im Innersten erschüttert und bekräftigte: Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten. Die Jünger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wussten, wen er meinte. Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte. Simon Petrus nickte ihm zu, er solle fragen, von wem Jesus spreche. Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es? Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tu bald! Aber keiner der Anwesenden verstand, warum er ihm das sagte. Weil Judas die Kasse hatte, meinten einige, Jesus wolle ihm sagen: Kaufe, was wir zum Fest brauchen!, oder Jesus trage ihm auf, den Armen etwas zu geben. Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht. Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen. Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. Simon Petrus sagte zu ihm: Herr, wohin willst du gehen? Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen. Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben. Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

Verraten
Wurdest du nicht nur vor 2.000 Jahren.
Verraten wurdest du nicht nur in Gethsemane.
Verraten wurdest du nicht nur durch den Jünger Judas.

Jesus,
viele Male, vorgestern, gestern und heute wurdest du verraten.
In meinem Haus wurdest du verraten;
Ich bin es, der dich verraten hat.
Ich habe dich verraten: nicht durch einen Kuss,
aber ich habe eine Tat des Glaubens versäumt.
Ich habe dich verraten: nicht durch den Gruß:
„Gegrüßet seist du, Rabbi“, sondern ich habe ein
freundliches Wort unterlassen,
einen Gruß für den Bruder, die Schwester, an meiner Seite.
Herr, hilf mir!

Verleugnet
Wurdest du nicht nur am Gründonnerstagabend
Verleugnet wurdest du nicht nur im Hof des hohepriesterlichen Palastes.
Verleugnet wurdest du nicht nur durch Petrus in seiner Angst.
Jesus, wie oft habe ich dich verleugnet, mit deiner geschämt.
Wie oft nahmen mir Menschen den Mut zum Bekennen;
wie oft zog ich die Wärme dieser Welt vor.
Herr, lass mich bereuen und umkehren wie Petrus!        
Quelle unbekannt


06.04.2020 - Montag der Karwoche - Erste Lesung Jes 42, 5a.1-7

Karwoche bezeichnet die Tage vor Ostern, die mit dem Palmsonntag gestern begonnen hat.
„Kar“ kommt vom althochdeutschen ‚kara‘ und meint Klage, Sorge, Kummer und Trauer.

Lesung Jes 42, 5a.1-7
Mein Knecht schreit nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen (Erstes Lied vom Gottesknecht)

So spricht Gott, der Herr: Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde  das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln. So spricht Gott, der Herr, der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat, der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst, der den Menschen auf der Erde den Atem verleiht und allen, die auf ihr leben, den Geist: Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein: blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.

Gestern haben wir in den Texten der Liturgie die Spannung zwischen dem Hosianna-Ruf und dem Ruf nach der Kreuzigung Jesu erlebt. Die heutige Lesung ist wieder ein einziges Loblied auf den Gottesknecht, das im Neuen Testament auf Jesus hin gedeutet wird. Vergleichen wir in diesem Zusammenhang die Aussage Gottes bei der Taufe Jesu in Lk 3,21-22:
„Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“

Das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen
- er bringt den Völkern das Recht
- er schreit nicht und lärmt nicht
- und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen
- das geknickte Rohr zerbricht er nicht
- und den glimmenden Docht löscht er nicht aus
- ja, er bringt wirklich das Recht
- er wird nicht müde und bricht nicht zusammen
- bis er auf der Erde das Recht begründet hat
- … der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker …
- blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen
- und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.

Mein Loblied auf Jesus – Wie sieht das heute aus?


05.04.2020 – Karwoche – Palmsonntag – Evangelium Mt 21,1-11

Mit dem Palmsonntag beginnt die große heilige Woche des Kirchenjahres, in der wir des Leidens und Sterbens Jesu gedenken, bis hin zur Auferstehung von den Toten.
Die Liturgie am Palmsonntag beginnt mit dem triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem –
zum  Evangelium wird dann die Passionsgeschichte gelesen.

Messtexte siehe:
https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2020-04-05

Zur Feier des Einzugs in Jerusalem – Evangelium Mt 21,1-11

Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn

Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte und nach Betfage am Ölberg kam, schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los, und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist friedfertig, und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers. Die Jünger gingen und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! Als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung, und man fragte: Wer ist das? Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.

*   Er ist friedfertig, und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers.
Ein triumphaler Einzug auf einem Esel – kann es einen größeren Widerspruch geben?
- Jesus kann sich das leisten, denn sein Reich ist ein Reich der Liebe und des Friedens,
   er kommt als Friedensfürst
- Gibt es in meinem Leben vielleicht Bereiche, die noch des Friedens bedürfen?
   - im eigenen Herzen – im Miteinander in der Familie – im Freundeskreis – am Arbeitsplatz?
Wenn ich offen bin für Jesu Wirken, dann sind seine Möglichkeiten unbegrenzt…

Der Esel galt als Lasttier, dem vieles aufgebürdet wurde,
- Jesus selbst ist zum Lastenträger geworden – er hat unsere Sünden getragen und auf sich genommen
Aus Dankbarkeit nehme ich mir
heute vor, einmal ganz bewusst die Kreuzwegstationen zu betrachten, z. B. aus dem Gotteslob unter der Nr. 683 oder 903.

*    Hosanna dem Sohn Davids!
Die Masse jubelt Jesus zu, er soll ihr König sein. Sie breiten ihre Kleider vor ihm aus und wedeln mit Palmzweigen als Zeichen der Ehrerbietung. Doch wenige Tage später ist ihr Ruf: „Kreuzige ihn!“
Sind die Menschen so, so wankelmütig, wie ein Fähnchen im Wind?
Bin ich so? Denke ich manchmal, "Hosanna dem Sohne Davids" - wenn es mir gut geht, alles nach Plan läuft? Und dann wieder, „Kreuzige ihn!", wenn Jesus, wenn Gott so anders handelt, wie ich es von ihm erwarte?

„Gepriesen, der kommt im Namen des Herrn!
Als das Volk hörte, dass Jesus nach Jerusalem komme, da zogen sie ihm entgegen.
Sie trugen Palmzweige in den Händen und riefen: Hosanna, hosanna, hosanna in der Höhe.
Hosanna, hosanna, hosanna in der Höhe.“


04.04.2020, Samstag der 05. Fastenwoche –Tagesgebet und Evangelium

Tagesgebet
Barmherziger Gott, du wirkst das Heil der Menschen zu jeder Zeit; in diesen Tagen aber bist du uns besonders nahe. Trage Sorge für dein Volk, schütze die Getauften und alle, die sich auf die Taufe vorbereiten. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Die exegetische Einführung zum Evangelium entnehmen Sie bitte:
https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2020-04-04

Evangelium    Joh 11, 45-57
In jener Zeit kamen viele der Juden, die zu Maria, der Schwester des Lazarus, gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, zum Glauben an ihn. Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was er getan hatte. Da beriefen die Hohenpriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen. Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr versteht überhaupt nichts. Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. Das sagte er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus für das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten. Jesus bewegte sich von nun an nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog sich von dort in die Gegend nahe der Wüste zurück, an einen Ort namens Efraim. Dort blieb er mit seinen Jüngern. Das Paschafest der Juden war nahe, und viele zogen schon vor dem Paschafest aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen. Sie fragten nach Jesus und sagten zueinander, während sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen. Die Hohenpriester und die Pharisäer hatten nämlich, um ihn festnehmen zu können, angeordnet: Wenn jemand weiß, wo er sich aufhält, soll er es melden.

*     Dieser Mensch tut viele Zeichen.
            Die Zeichen Jesu – in Worten und Taten
            - die Bitte um Nachfolge
            - die Botschaft der Liebe
            - der Auftrag zur Barmherzigkeit
            - die Worte der Seligpreisungen
            - die Vorhersage vom Leiden und Sterben
            - die Verwandlung von Wasser in Wein
            - die Heilung der Aussätzigen
            - die Heilung eines Blinden
            - die Austreibung der bösen Geister
            - die Auferweckung des Lazarus
            - die Stillung des Seesturms
            - die Fußwaschung
            - die Einsetzung des Abendmahls
            - und vieles mehr …

*     Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben.
            Wirklich - alle werden glauben?
            Aufgrund welcher Zeichen glaube ich eigentlich?

*     In diesen Tagen bist Du uns besonders nahe.
            - in diesen Tagen - ist immer im jetzt, im Hier und Heute
            - in diesen Tagen - ist in der Karwoche und Osterzeit
            - in diesen Tagen - ist während der Corona-Pandemie

Danke Jesus, dass du uns in dieser Zeit nahe bist. Du weißt um unsere Ängste und Sorgen, um Krankheit und Existenznot. Lass uns in dieser Unsicherheit nicht allein. Schenke allen, die Entscheidungen treffen müssen, deinen Heiligen Geist. Uns aber schenk Geduld und Hoffnung, Vertrauen und Glauben in deine Wirkmacht. Amen.

*     Trage Sorge für dein Volk …
            - Gott sorgt jederzeit für sein Volk, darauf dürfen wir vertrauen!

       Der Imperativ – Trage Sorge für dein Volk! – gilt auch mir in diesen Tagen:
       Ich trage Sorge für mein Volk:
      
- in dem ich mich an die Vorsichtsmaßnahmen halte
       - in dem ich mich nicht mit anderen als Gruppe treffe
       - in dem ich – auch wenn es leidvoll ist – mich an Kontaktsperren halte
       - in dem ich die Sorgen und Ängste des Pflegepersonals
          in Krankenhäusern und Seniorenwohnheimen ernst nehme
       - in dem ich Pflegepersonal nicht zusätzlich belaste
       - in dem ich mich auch in der Osterzeit mit Besuchen zurückhalte,
         auch, wenn das sehr schwer fällt...
       - in dem ich leidvoll akzeptiere, dass keine Gottesdienste gefeiert werden können
       - in dem ich all die Menschen, zu denen ich jetzt keinen direkten Kontakt haben kann,
         im Gebet mit zu Gott nehme
       - in dem ich …

Herr, stärke unseren Glauben, vermehre unsere Hoffnung und entzünde unsere Liebe. Amen.


03.04.2020 – Freitag der 05. Fastenwoche – Tagesgebet

Tagesgebet
Barmherziger Gott, wir haben aus menschlicher Schwachheit gefehlt und können aus eigener Kraft dem Netz der Sünde nicht entrinnen. Komm uns in deiner Güte zu Hilfe und befreie uns von aller Schuld. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Im Schuldbekenntnis beten wir:
Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe. Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken: durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld. Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.

Heute schenke ich mir 15 Minuten Zeit.
Während dieser Zeit schaue ich zurück auf mein Denken, meine Worte und mein Tun der letzten vier Wochen.
Gibt es da Schuld zu erkennen?

Wie gehe ich damit um?
Drückt sie mich nieder, verstecke ich sie, kann ich sie ehrlich erkennen und bekennen?

Kann ich an Gottes Barmherzigkeit glauben?
Glaube ich, dass Jesus all meine Schuld ans Kreuz getragen hat?

Wie stelle ich mir das vor, wenn Gott mir in seiner Güte zu Hilfe kommt?

Bis Ostern ist noch ein wenig Zeit, die ich gut nutzen kann.
Ich überlege,
wie ich in dieser Zeit Gutes tun
und
Böses unterlassen kann
- in Gedanken, Worten und Werken.


 02.04.2020, Donnerstag der 05. Fastenwoche – Kommunionvers Röm 8, 32

Gott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont,
sondern ihn für uns alle dahingegeben.
Mit ihm hat er uns alles geschenkt.

Jesus, du bist wirklich nicht verschont worden. Geboren in einem Stall, Flüchtlingselend und viele verborgene Jahre im Haus Deiner Eltern. Im Alter von ca. 30 Jahren beginnst Du mit Deinem öffentlichen Wirken.
Du sammelst Freunde um Dich, erzählst Ihnen viel von Deinem Vater, aber die eigentliche Botschaft deiner Worte verstehen auch sie nicht, Sie verhandeln lieber, wer die besten Ministerposten bekommt. Du predigst Liebe, Barmherzigkeit, Vergebung, nicht nur Feunden, auch den Feinden gegenüber. Du sprichst immer wieder davon, dass Gott dein Vater sei, dass du leiden müsstest, aber dann von den Toten auferstehen würdest. Du sagst, du würdest den Tempel in drei Tagen wieder auferaubauen. Beim letzten Abendmahl sagst du sogar, dass du den Jüngern dein Fleisch zum Essen und dein Blut zum Trinken geben würdest. Wer kann das wirklich verstehen? Dass du die Pharisäer und Schriftgelehrten mit deinen Reden und deinem Tun gegen dich aufbringst, das ist doch verständlich. Immer wieder versuchen sie, dich mit allen Mitteln hereinzulegen. Sie wollen dich anklagen und töten.
Dann der Höhepunkt, der Einzug in Jerusalem, die Menschenmassen jubeln und schreien. Sie wollen, dass du ihr König wirst. Die Jünger breiten Palmzweige aus, die Umherstehen ihre Kleider. Wahrlich ein triumphaler Einzug!
Und nur wenige Tage später kippt das Bild. Du wirst ausgeliefert von einem deiner Freunde. Du schwitzt im Garten Blut vor Angst. Sie klagen dich an und verurteilen dich, Geißelung, Dornenkrönung, ein unsagbares Leid, wie sie dich alle angaffen... Du siehst die Feigheit der Jünger, das Leid in den Augen deiner Mutter. Ermattet und erschöpft, musst du das Kreuz noch selber tragen, an dem du später angeheftet wirst. Welch ein Leid! Dein Leiden ist nicht nur ein körperliches, welch seelische Qualen musst du erlitten haben?

Du wirst hingegeben für uns alle. Dein Leiden ist Leiden für uns.

Damit hat Gott uns alles geschenkt.

Bin ich mir dessen bewusst?


01.04.2020 - Mittwoch der 05. Fastenwoche – Ruf vor dem Evangelium  Vers: vgl. Lk 8, 15

Lob dir, Christus, König und Erlöser! - R
Selig, die das Wort mit aufrichtigem Herzen hören
und Frucht bringen in Geduld.
Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Herr, in diesen Tagen sehnen wir uns ganz besonders nach Deinem tröstenden Wort. Du kennst uns, Du weißt um uns, Du siehst die Not, in der wir jetzt stehen. Unser Leben fühlt sich seit Wochen so anders an, so unwirklich. Alles ist auf den Kopf gestellt. Wir bitten Dich, begleite Du uns durch diese Zeit. Schenk uns Geduld in all den offenen Fragen: Wie lange wird es mit den vielen Beschränkungen noch weitergehen? Wird auch hier die Epidemie durchbrechen? Werden Menschen krank werden oder sogar sterben, die wir lieben? Können Einzelne, Familien oder ganze Betriebe die finazielle Situation auf Dauer meistern? Herr, schenk uns Dein tröstendes Wort und lass uns Frucht bringen im Dienst am anderen, der jetzt unsere Hilfe braucht.

1.      Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr; fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott; mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott. der Zukunft mir verheißt? Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.

2.      Von Zweifeln ist mein Leben übermannt, mein Unvermögen hält mich ganz gefangen.
Hast du mit Namen mich in deine Hand, in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben?
Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land? Werd‘ ich dich noch mit neuen Augen sehen?

3.      Sprich du das Wort, das tröstet und befreit und das mich führt in deinen großen Frieden.
Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt, und lass mich unter deinen Söhnen leben.
Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst. Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.

Originaltitel: Ik sta voor U, Text: Huub Oosterhuis, Übertragung: Lothar Zenetti
Bibelstelle: Exodus 3,13; Psalm 77,20 &90,1-3; Hiob 30,20; Markus 9,24
– GLB Nr. 422


31.03.2020 - Dienstag der 05. Fastenwoche – Evangelium Joh 8, 21-30

Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin.

In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen? Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben. Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch? Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt. Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte. Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt. Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

*    Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen …
 - Als Christen sind wir die Gesandten Gottes, gerade jetzt, lässt uns Gott nicht allein
   2.    Er ist Gott, Gott für uns, er allein ist letzter Halt.
         Überall ist er und nirgends, Höhen, Tiefen, sie sind sein.
   3.    Ja, er heißt: Gott für uns;wir die Menschen, die er liebt.
         Darum können wir ihm folgen, können wir sein Wort verstehn.
                                                                                                      aus: Gotteslob 140,1-3

 *   … weil ich immer das tue, was ihm gefällt.
  - Die Corona-Krise lässt die Menschen äußerlich mehr Abstand halten,
    gleichzeitig aber wachsen sie in den Werken der leiblichen Barmherzigkeit:
    - Hungrige speisen
    - Durstige tränken
    - Fremde beherbergen
    - Nackte kleiden
    - Kranke pflegen
    - Gefangene besuchen
    - Tote bestatten
   Das sind die Werke, die dem Herrn gefallen.

*    Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.
     - durch die Corona-Krise könnte es aktuell heißen:

   Weil Menschen so handeln, kommen viele zum Glauben an Gott…

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde,  und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.


30.03.2020 – Montag der 05. Fastenwoche – Evangelium - Joh 8, 1-11

Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.

In jener Zeit ging Jesus zum Ölberg. Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem Anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!

Wir stehen in der österlichen Bußzeit, eine Zeit der Besinnung und Umkehr. Das heutige Evangelium gibt uns viele Anregungen, das eigene Tun und Lassen im Lichte Gottes zu überdenken.

*   Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt
- andere auf frischer Tat ertappen – und ich fühle mich gleich besser?
- der Umgang mit den Fehlern anderer – verstehend? - verurteilend?
- brauche ich ‚Mit‘-Verurteiler?

*   Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du?
- eine einfache Gleichung – für dieses Vergehen = diese Strafe –
  für jenes Vergehen = jene Strafe
- wer so nicht denkt, passt nicht ins Bild, die Schriftgelehrten und
   Pharisäer prüfen selbst Jesus dahingehend

*  Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
- Jesus lässt sich nicht vereinnahmen,
   er schaut die Anklagenden nicht einmal an,
- ihr Urteil und Strafmaß ist festgemeißelt – Jesus hingegen schreibt in den Sand,
  der leicht zu verwischen, also veränderbar ist
- bin ich wie die Pharisäer, die auf die Schuld anderer zu zeigen?
- kann ich schweigend hören, wie Jesus?

*  richtete er sich auf und sagte zu ihnen:
- sich aufrichten – aufrichtig sein – in Augenhöhe sprechen…
- bin ich aufrichtig in meinem Denken – meinem Sprechen –
  meinem Sein und Tun?
- kann ich im richtigen Augenblick meine Meinung äußern?

*  Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.
- Jesus reagiert diplomatisch, er weiß genau, dass niemand ohne Sünde ist...
- stellt die Anklagenden aber auch nicht bloß,
  sie können schweigend gehen
- wie gehe ich mit Menschen um - mit anklagenden, mit 'sündigen'?
- kann ich Barmherzigkeit walten lassen?

*  Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
- Jesus schaut nicht von oben auf die Sünderin herab
- liefert sie seinen Blicken nicht aus
- erklärt ihre Sünde nicht zur 'Chefsache'
- kann ich geduldig abwarten, bis eine Situation geklärt ist?
- bin ich ehrfürchtig, auch dem ‚Sünder‘ gegenüber?
- schütze ich jeden, in welcher Situation er auch sein mag?

*  Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben?
-
keiner ist geblieben, alle sind Sünder!
- bin ich mir dessen bewusst – auch ich bin ein Sünder, eine Sünderin?
- für Jesus steht jetzt die Frau im Mittelpunkt

*   Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!
- Jesus verurteilt die Sünder nicht, weder die Schriftgelehrten,
  noch die Pharisäer, auch die Sünderin nicht
- bin ich mir bewusst, dass Jesus auch mir gegenüber barmherzig ist?
- Jesus sagt: "Geh und sündige von jetzt an nicht mehr"
- Wir sollen umkehren aus falschen Verhaltensmustern,
   dürfen jederzeit den Neuanfang wagen.
- Wage ich es - im Vertrauen auf IHN?
- Heute fange ich neu an!

In zwei Wochen ist Ostern.
In diesem Jahr erleben wir die Fastenzeit in einer ganz besonderen Weise.
Wir fasten - situationsbedingt - an menschlicher Nähe (wörtlich gemeint!), aber nicht an den Zeichen der Menschlichkeit, wie wir sie in diesen Wochen so vielfältig erleben dürfen.

Nutzen wir den heutigen Tag, um zwei Gedanken nachzuspüren:
- Gibt es in meinem Leben die Erfahrung der Barmherzigkeit Gottes?
-
Jesus spricht auch zu mir: „Sündige von jetzt an nicht mehr!“ ...
  


 


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