Liborius-Chor
Liborius-Chor feierte 70-jähriges Bestehen
aufgeführt wurde Christopher Tamblings "Missa brevis in B"

„Es ist Gottes Wille, dass wir singen.“

Liborius-Chor sang zum 70-jährigen Bestehen

Christopher Tamblings „Missa brevis in B“

   

Bad Wildungen. Auf sein 70-jähriges Bestehen kann der Kirchenchor der Katholischen St.-Liborius-Gemeinde in Bad Wildungen zurückblicken. Aus diesem Anlass ließ der Liborius-Chor am letzten Septembersonntag in einem Festgottesdienst die „Missa brevis B-Dur“ von Christopher Tambling erklingen. In einem knappen dreiviertel Jahr hatten sich die Wildunger Sängerinnen und Sänger, verstärkt durch einige Gaststimmen, dieses Werk erarbeitet. So war der Liborius-Chor gut vorbereitet und hoch motiviert für die Aufführung im Gottesdienst. Für den Gottesdienst wurde dieses Werk schließlich geschaffen, denn es charakterisiert musikalisch die festen Bestandteile der Heiligen Messe: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei.

Der Engländer Tambling, Jahrgang 1964, komponierte seine „Missa brevis“ für Chor, Blechbläser, Röhrenglocken und Orgel - eine nicht alltägliche Kombination. Sie entfaltete an diesem Sonntag eine Feierlichkeit, die gleichermaßen von wuchtiger Strahlkraft und meditativer Innerlichkeit geprägt war. Dazu trug der an seinem 70. Geburtstag stimmlich sehr gut aufgelegte und freudig engagierte Liboriuschor (Leitung: Elisabeth Guthoff) ebenso bei wie Theo Piskorz an den Röhrenglocken, die stellenweise an das muntere Geläut englischer Kathedralen erinnerten. Großen Anteil am wirkungs- und klangvollen Zusammenspiel hatte das Blechbläserensemble „Kwartätt“ (Leitung: Julius Joachim). Die vier sehr jungen Musikerinnen bzw. Musiker gingen hier stil- und intonationssicher mit großer Leichtigkeit ans Werk, überzeugten mit flexibler Dynamik. Die Gesamtleitung der Aufführung hatte Hans-Georg Thomiczek, der auch die Orgel spielte.

In seiner Ansprache hob Pfarrer Jürgen Westhof die Bedeutung des Singens hervor. Das Singen sei von Anfang an in die Schöpfung hineingegeben und im Menschen als Ausdruck seines Selbst tief verwurzelt. „Es ist Gottes Wille, dass wir singen“, so Pfarrer Westhof. Er gratulierte dem Liboriuschor zu seinem 70-jährigen Bestehen (zwei Sängerinnen aus der dem Gründungsjahr 1945 waren in der Kirche anwesend) und würdigte die „gute Tradition“ des Chores in der Kirchengemeinde. Ein Gottesdienst mit Chorgesang sei ein „Hochamt“, „…wir sind dankbar, dass Sie da sind.“

Im Anschluss an ein gemeinsames Essen der aktiven und passiven Chormitglieder sowie einiger Gäste ließ Klaus Ulrich, der über Jahrzehnte den Vorsitz innehatte, die Geschichte des Chores Revue passieren. Besonders ehrte Ulrich die beiden anwesenden Gründungsmitglieder Margarete Gusig und Ingeborg Hantke. Nachdem der erste Chorleiter Alois Pick fortgezogen war, hatte – nach einer Pause – Gerhard Holaus Mitte der fünfziger Jahre über Instrumentalkreis und Jugendchor auch den Liborius-Chor wieder aufleben lassen. Es folgten schaffensreiche Jahre etwa mit Aufführungen von Bruckner- und Mozartmessen. Chorfahrten und Feiern ließen die Chorgemeinschaft immer mehr zusammenwachsen. Mit vielen Ideen und Aktionen habe der Chor aber auch zur Finanzierung des Kirchen- und Orgelneubaus beigetragen. Ab 1990 hatte dann Hans-Georg Thomiczek die Chorleitung übernommen, dem Ulrich für sein Engagement besonders dankte ebenso wie Elisabeth Guthoff, die als Dirigentin den Chorleiter immer wieder gern unterstütze. Mit einer von Elisabeth Guthoff pfiffig zusammengestellten Bildershow aus der Geschichte des Chores klang dieser Tag aus.

 

Hans-Georg Thomiczek