Szenische Darstellung aktueller Evangelien
Szenische Darstellung aktueller Evangelien

© H. Bolte

4. Fastensonntag

zu Lk 15,1-32

 

Heimkehr und Umarmung des verlorenen,wieder-gefundenen Sohnes durch den Vater

 

Grund ungetrübter Freude und des Festes 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Hintergrund:

Judäisches Bergland

 

Mit einer Besonderheit wartet die Kurkirche »Christkönig« in Reinhardshausen auf. In einer Glasvitrine wird in regelmäßigen Abständen (ca. alle 2 Wochen) mit Hilfe von Figuren das Evangelium des betreffenden Sonntags szenisch dargestellt. Nicht jedes Sonntagsevangelium eignet sich dazu. Besonders eignen sich jene Begebenheiten, die im Neuem Testament erzählerisch aufgeschrieben sind und die Gleichnisse Jesu.

Solch szenische Darstellung kennen wir nur zu gut von der weihnachtlichen Krippe, welche der Geburt Jesu gewidmet ist. Doch wer sagt, daß solch szenische Darstellung einzig auf die Menschwerdung Gottes beschränkt bleiben müsse? Auch die vielfach bekannten Passionsspiele (Oberammergau) oder sog. Kreuztrachten an verschiedenen Orten sind Formen, das historische Geschehen in heutiger Zeit gestalterisch nachzubilden und so auch nachvollziehbar(er) zu machen. Es ist eine sehr einfache, niederschwellige Form der Aneignung biblischer Botschaft. 

Diesem gleichen Zweck sollen hier die szenischen Darstellungen von bedeutenden Evangelien im Laufes eines liturgischen Jahres dienen. Wichtige, erst recht zentrale biblische Erzählungen wie beispielsweise die Begegnungen mit dem Auferstandenen, die Heilung von Kranken oder die Gespräche Jesu mit damaligen Personen werden szenisch nachgestaltet, so daß sich der Besucher der Kirche darin meditativ versenken kann – so z.B. mit Fragen wie: Finde ich mich in einer der Rollen wieder? Was würde ich an jener Stelle empfinden? Wie würde ich agieren oder auch reagieren? 

Die dargestellten Szenen tragen sich jedoch nicht gleichsam in einem abstrakten, gar „luftleeren“ Raum zu, sondern hatten einen „Sitz im Leben“ Jesu, einen historischen Ort. Kur- und Klinikseelsorger Pfr. Heinrich Bolte war mehrmals im Hl. Land und hat etliche Orte des Lebens Jesu aufgesucht. Fotos von seinen Israel-Reisen illustrieren das dargestellte Geschehen, zeigen die lokalen Verhältnisse in heutiger Zeit. Fotos im Hintergrund und möglichst realistische Darstellungen im Vordergrund, komponiert von Elisabeth Buda, ergänzen sich und sind so aufs engste miteinander verknüpft. 

Wir möchten Sie zur Betrachtung der verschiedenen Begebenheiten der Evangelien herzlich einladen, wie sie im Laufe eines Jahres entsprechend der Jahreszeit sowie den Thematiken der Hl. Schrift vorkommen. 

 
© H. Bolte
© H. Bolte
 

 

Hier noch eine der letzten Darstellungen:

zu Lk 4,1-13: Die Versuchungen Jesu durch den Teufel in der Wüste  

Erfüllt vom Heiligen Geist verließ Jesus die Jordangegend. Es war an sich ein guter Geist, der IHN in die Wüste führte. Aber gerade dort prallen die Geister aufeinander. Jeder wird dies in eigener Zurückgezogenheit und Allein-Sein als "Wüsten-Erfahrung" erleben. Es ist das wahrhaft Eingentümliche des Alleinseins, eines Zurückgeworfenseins auf sich selbst. Es ist mitunter die aufkommende Frage, was mich tatsächlich ursächlich leben läßt, woher ich mein Leben beziehe, wovon es sich ernährt. Es ist die Frage nach dem Grund meines Seins. Wer bin ich eigentlich? Woher komme ich und wohin gehe ich? Mache ich mich in dieser Welt fest, wofür "all die Reiche dieser Welt" stehen, oder liegt die Verankerung meines Seins in einem Transzendenten, in Gott, den ich zwar nicht wie die Dinge dieser Welt greifen kann, aber an den ich letztlich glaube, d.h. mich in IHM festmache  –  … daß dieser mein letzter und eigentlicher Halt ist. Darin kreuzen sich die Wege. Ich muß mich entscheiden, und in der Entscheidung selbst kommen noch einmal Nebenaspekte als weitere Versuchungen auf. Es ist buchstäblich »naheliegend«, sich in den Greifbarkeiten, den Dingen dieser Welt festzumachen. Doch Jesus verweist den Versucher immer wieder auf eine noch andere Ebene und Wirklichkeit. Nicht die Dinge dieser Welt sind absolut zu setzen und damit zu vergöttern, zu Götzen zu erheben, sondern die Absolutheit Gottes ist anzuerkennen und in Wahrheit anzubeten. 

© H. Bolte

Im Hintergrund dieser Szene eine Übersicht von der Wüste Juda mit Wegkreuzung